Am Jahresende stoßen mir die grotesken Zwistigkeiten in der Welt besonders auf und ich graphik_brief_tosse_2sehne mich erst recht nach Frieden und Harmonie. Es muss wohl vielen Menschen so gehen. Vorgestern schnitt ein Lkw-Fahrer am Sendlinger Tor in München einen Fahrradfahrer, was zu einem lautstarken Wortwechsel an der roten Ampel führte. Plötzlich sagte der Fahrradfahrer in versöhnlichem Ton: “Wissen Sie was, bald ist Weihnachten, vergessen wir’s einfach, ok?”

Schön nicht?

Es ist alles eigentlich ganz einfach. Wie das Zusammenleben gelingt, das kann man bei Katharina Elisabeth Goethe (1731 – 1808), der Mutter von Johann Wolfgang von Goethe, erfahren. Dieser wunderschöne Aphorismus stammt von der weisen Dame:

“Man nehme 12 Monate, putze sie sauber von Bitterkeit, Geiz, Pedanterie und Angst und zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile, so daß der Vorrat für ein  Jahr reicht. Nun wird jeder Tag einzeln angerichtet aus einem Teil Arbeit und zwei Teilen Frohsinn und Humor.
Man füge drei gehäufte Eßlöffel Optimismus hinzu, einen Teelöffel Toleranz, ein Körnchen Ironie und eine Prise Takt. Jetzt wird alles reichlich mit Liebe übergossen. Das fertige Gericht schmücke man mit Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten und serviere es täglich mit Heiterkeit.”

Warum ist das so gut? Für mich, weil die Quintessenz besagt: “Fang bei Dir selbst an und warte nicht auf die anderen.” Für unser Glück sind wir letztlich selbst verantwortlich und wenn wir glücklich und tolerant und liebevoll sind, ist das ein Anfang auch für das Große und Ganze. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Na dann, meinen Speisezettel fürs nächste Jahr habe ich schon. Ich wünsche allen erholsame, friedliche Weihnachten und ein erfolgreiches Jahr 2015!